Tagesarchiv für den 7. Februar 2012

 
 

Gründerin des Monats Februar

Die eigene Geschäftsidee vor potentiellen Geldgebern und anderen Interessierten zu präsentieren ist eine der Fertigkeiten, die jeder Gründer beherrschen sollte.
Nun haben junge Gründer bei Existentia die Möglichkeit in unserer Rubrik „Gründer des Monats“ ihr Geschäftsmodell kurz und präzise vorzustellen und potentiellen Existenzgründern wertvolle Tipps zu geben.

Existentia stellt Fragen und diesmal antwortet:

Dr.  Barbara Borek, 52 Jahre, Kunsthistorikerin und Autorin (Kultur und Familie)

  1. Gründungsdatum
    20. Mai 2011
  2. Wie lange haben Sie gebraucht, um schwarze Zahlen zu schreiben?
    Leider ziemlich lange – und ganz schwarz sind sie auch noch nicht …
  3. Was unterscheidet Sie von Ihren Mitbewerbern?
    Mein fachliches Wissen – promovierte Kunsthistorikerin, Erziehungswissenschaftlerin – verbinde ich mit „gelebtem Wissen“: Mitarbeit in zahlreichen Forschungs- und Ausstellungsprojekten, über drei Jahrzehnte Familienarbeit. Ich kenne die Leserinnen und Leser vom Spielplatz und aus der Fachbibliothek, habe im Bundespräsidialamt Gedichte vorgelesen und mit Alleinerziehenden Kochdienste organisiert.
  4. Wie sind Sie auf Ihre Geschäftsidee gekommen?
    Während der letzten Jahrzehnte habe ich immer wieder in interessanten Projekten mitgearbeitet, jedoch fast immer in sehr uninteressanten und undankbaren Positionen. Dies zu ändern war meine Hauptmotivation, verbunden mit der Idee, Geisteswissenschaft und Alltag in spannenden Projekten zu verbinden.
  5. Haben Sie Marktforschung vor der Gründung betrieben?
    Habe ich nicht bzw. wenig, da ich aus den genannten jahrzehntelangen Erfahrungen weiß, wie überfüllt der Markt ist und der Sprung ins Auftragsbecken nur mit Mut und dem Vertrauen gelingen kann, dass ich meine Marktnische finden werde.
  6. Wie wichtig war das Coaching in der Startphase für Sie?
    Das Coaching habe ich erst Ende Dezember, also nach einem halben Jahr begonnen. Leider! Es hätte mir sicherlich schon viel helfen können und ich rate allen: nutzen Sie diese tolle Chance der professionellen Begleitung!
  7. Wieviel Geld geben Sie monatlich für Werbung aus?
    Wenig, bisher nur Visitenkarten, die ich im Bekanntenkreis und bei Veranstaltungen verteile – ich sitze aber über einer Website.
  8. Welche Ihrer Werbemaßnahmen ist am wirkungsvollsten?
    Die Kontaktaufnahme und -pflege, alle Aufträge sind aus persönlichen Kontakten entstanden.
  9. Haben Sie ein eigenes Büro oder planen Sie eins zu mieten?
    Aufgrund meiner privaten Wohnsituation – kleine Wohnung mit großen Kindern – leiste ich mir schon seit September einen Büroplatz. Dies habe ich noch keine Sekunde bereut.
  10. Haben Sie Mitarbeiter oder planen Sie, welche einzustellen?
    Nein und nein.
  11. Wo wollen Sie in einem Jahr stehen?
    Gerne würde ich die aktuelle Mischung – wissenschaftliche Projekte, eigene Buchprojekte, Lektorat – ausbauen und festigen. Ich hoffe, dass dann auch die finanzielle Mischung stimmt.
  12. Was ist Ihr langfristiges Ziel?
    Mein Traumziel ist es, als freiberufliche Autorin und Kunstwissenschaftlerin so etabliert zu sein, dass ich nicht nur mein Geld mit dieser Tätigkeit verdienen kann, sondern meine Lebensqualität steigt – nicht nur in finanzieller Hinsicht.
  13. In wieweit hat sich Ihr Leben verändert durch die Selbstständigkeit?
    Es gibt noch viel auf und ab, viele Zweifel, ob mein Weg erfolgreich sein wird. Immerhin habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit ja erst mit über 50 Jahren gewagt. Doch eines ist schon sicht- und fühlbar: Es macht nicht nur ungeheuren Spaß, meine eigene Chefin zu sein, es fördert auch das Selbstwertgefühl und ermutigt mich zu neuen Ideen.
  14. Wie viele Stunden arbeiten Sie täglich?
    Das ist sehr unterschiedlich, hängt von den Aufträgen ab. Es gibt Tage, an denen ich „nur“ am Vormittag im Büro sitze, an anderen komme ich erst spät abends nach Hause. Auch die Wochenenden nutze ich zum Arbeiten.
  15. Was würden Sie aus heutiger Sicht anders machen?
    Mutiger an die Kunden herantreten – doch das sieht natürlich von heute aus einfacher aus, als es am Beginn der Selbstständigkeit war. Von der eigenen Leistung überzeugt zu sein ist eine Entwicklung, die Zeit braucht, die eine Existenzgründerin eigentlich nicht hat. Von daher wäre für mich das Coaching gleich von Anfang an wichtig gewesen.
  16. Welchen Tipp können Sie potentiellen Existenzgründern geben?
    Wie schon gesagt: Sich begleiten lassen und die Gründungsidee wirklich ganz detailliert durchspielen. Das hilft bei den ersten Akquiserunden.

Noch ein paar kleine Hürden für Gründungswillige

Nachdem Sie ein Existenzgründerseminar besucht haben, müssen Sie ab s0fort noch 3 Tage an einer Maßnahme der Bundesagentur für Arbeit teilnehmen. Dort soll Ihr unternehmerisches Potential bewertet werden. Keine Angst: Nach einem Existentia-Seminar sind Sie fit dafür.

Zusätzlich müssen Sie erklären, “inwieweit die Sicherung Ihres Lebensunterhaltes und die soziale Sicherung in der Zeit nach der Existenzgründung nur durch die Gewährung eines Gründungszuschusses gewährleistet werden kann”. Ein kleiner Eiertanz. Sie müssen nämlich ein “bisschen bedüftig sein, aber nicht so ganz viel”. Existentia bietet auch hier ernsthafte Ausfüllhilfe.


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