Archiv der Kategorie ‘EXISTENTIA-Filmtip‘

 
 

Mirror mirror, die wahre Schneewittchengeschichte

Julia Roberts überzeugt als böse Queen, Lily Collins, im echten Leben Tochter des legendären Phil Collins, spielt die liebreizende Snow White. Die 7 Zwerge werden zu känpfenden Giganten, nach vielen Intrigen und Kämpfen wird wie im Märchen natürlich alles gut. Dennoch erwartet die Zuschauer kein Märchen, sondern eine faszinierende Geschichte mit einer fechtenden Prinzessin, die in Robin Hood Manier daherkommt, mit tollen Requsiten und noch bombastischeren Kostümen. Das allerschönste aber ist, dass Julia Roberts so klar und deutlich spricht, dass jedes Wort verstanden werden kann und muss. Denn nicht Omu sondern die Originalfassung läuft im Rollberg. Ein Film für Erwachsene.

Monsieur Lazhard – ein Traum von einem Lehrer

Ein algerischer Gastronom gibt sich als Lehrer aus und rettet so eine traumatisierte Klasse von 10-Jährigen, die den Selbstmord der Lieblingslehrerin verarbeiten muss. Er verlangt nicht nur viel von seinen Schülern, er gibt ihnen längst vergessene oder nie vorhandene Werte zurück. Monsieur Lazhard ist gebildet, charmant und auf líebenswerte Weise durchsetzungsstark. Er hat Stil, ist allseits beliebt und muss wieder gehen als alles auffliegt. Das Ende bleibt offen. Ein Film mit Nachhaltigkeit. So kann ein Lehrer also auch sein. Vielleicht weil er nicht wirklich Lehrer ist.

Kaddisch für einen Freund

Ein junger Palästinenser, der sein Land gar nicht kennt und ein alter Jude, der störrisch-eigensinnig und schon ein wenig debil daherkommt. Beide leben in Berlin in einem Haus. Ali ist 14,  jugendlich-labil, er steht unter dem schlechten Einfluss seiner Community und seinem gewalttätigen Vater. Der Alte, Alexander entpuppt sich letztlich als Freund, trotz des Einbruchs und der Zerstörung seiner wenigen Habseligkeiten durch Alis gewalttätige Messerstecher-Clique.  Authentisch durch Berliner Realität und zugleich rührend ob der Menschlichkeit dieser beidseitig Leidenden kommt diese ungewöhnliche Geschichte daher. Religiösität als immerwährendes Drama zwischen den Kulturen wird ruhig und in leisen Tönen dargestellt. Es gibt keine Stars, es gibt nur Menschen. Wie immer sehen die, die es angeht diesen Film wahrscheinlich nicht. Sie wissen nicht einmal, dass es ihn  gibt. Ansehen im Kreuzberger EISZEIT. Jetzt!


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